Merkel und Westerwelle wollen Systemwechsel im Gesundheitswesen
Nein zur Kopfpauschale!

In dieser Woche hat die Koalition von CDU, CSU und FDP eine Kommission eingesetzt, die den radikalen Umbau unseres Gesundheitswesens scheibchenweise vorbereiten soll. Den Systemwechsel von der solidarischen Krankenversicherung zur unsozialen Kopfpauschale hatten Merkel und Westerwelle mit Zustimmung aller führenden Politikerinnen und Politiker aus Union und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart. Dort werden „einkommensunabhängige Arbeitnehmerbeiträge“ angekündigt – ein neues Wort für ein altes Projekt: die Kopfpauschale. Was die Kopfpauschale bedeutet ist im Flugblatt der Woche nachzulesen.

Für Mindestlöhne - gegen Armut. Arbeit muss sich auszahlen!

Das Bundesverfassungsgericht hat in dieser Woche Klarheit darüber geschaffen, wie künftig die Regelsätze für die Grundsicherung und die Sozialhilfe ermittelt werden müssen. Die SPD begrüßt dieses Urteil und fordert die Bundesregierung auf, jetzt schleunigst neue Berechnungen vorzulegen. Dass in Deutschland Kinder in Armut leben, ist ein Zustand, den wir nicht akzeptieren. Armut verhindern wir aber nicht allein mit finanzieller Unterstützung: Kinder sind arm, weil ihre Eltern keine oder schlecht bezahlte Arbeit haben. Mehr dazu im Flugblatt der Woche

100 Tage schwarz-gelbe Bundesregierung
Klientelpolitik und Chaos überall.

100 Tage ist die CDU/CSU/FDP-Bundesregierung in dieser Woche im Amt. Die bisherigen Ergebnisse der schwarz-gelben „Wunsch-Ehe“ sind katastrophal, das öffent liche Urteil vernichtend: Schwarz-Gelb bedient Klientelinteressen, plündert die öffentlichen Kassen, stellt unser bewährtes Sozialsystem in Frage, marschiert zurück in den Atom-Staat und stiftet Chaos bei der Betreuung und Beratung von Arbeitslosen. Lesen sie hier mehr dazu.

Bessere Schulen - bessere Chancen

Mit der Schulstrukturreform sollen Berlins Schülerinnen und Schüler jetzt die bestmögliche individuelle Förderung bekommen. Das ist eines der wesentlichen Ziele der Re-form, die im Januar 2010 von der SPD beschlossen wurde. „Es geht darum, dass wir unseren Kindern mehr Chancen geben wollen", sagt SPD-Vorsitzender Michael Müller und Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) betont: "Ich will, dass die Leistungsfähigkeit aller Schülerinnen und Schüler gesteigert wird." Was die Reform ermöglicht lesen Sie hier in Kurzform als Flugblatt und hier in einer ausführlichen Darstellung.

12 Thesen zur Erneuerung der SPD

Der dramatische Vertrauensverlust der SPD hat keine einzelne Ursache, sondern ist vielmehr ein kontinuierlicher Erosionsprozess des Vertrauens und des Zutrauens in die Politik der SPD. Die Abwanderung der Wählerinnen und Wähler erfolgte milieuübergreifend und in alle Richtungen. Für die SPD ist jedoch zentral, dass bei allen Wahlen der letzten Jahre die stärksten Einbußen bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie bei Arbeitslosen zu verzeichnen waren. Es fehlte der Partei ein klares Profil, emotionale Anziehungs- wie Überzeugungskraft, Kompetenz und Vertrauen in wichtigen Politikfeldern. Der Status der SPD als linke Volkspartei ist gefährdet. Die zentrale Aufgabe der kommenden Jahre ist deshalb die Erneuerung der SPD als Volkspartei: programmatisch sowie in der sozialen Struktur ihrer Mitgliedschaft und ihrer Wählerschaft.

Lesen Sie das komplette Thesenpapier des SPD-Parteivorstandes hier

Arbeitsprogramm 2010 des SPD-Parteivorstandes

Der SPD-Parteivorstand hat auf seiner Jahresauftaktklausur ein Arbeitsprogramm unter dem Thema "Zukunftswerkstatt SPD" für 2010 beschlossen.

"Die SPD wird in programmatischen Zukunftswerkstätten an Politikentwürfen in zentralen gesellschaftlichen Bereichen arbeiten. Die Werkstätten sollen Diskussionen über sozialdemokratische Werte und Politikvorschläge vorantreiben und verbreitern. Wir wollen eine kritische und selbstkritische Debatte ermöglichen und dabei möglichst viele Partner einbeziehen, die ein Bedürfnis nach politischer Teilhabe und Orientierung haben, aber derzeit keinen Ort finden, es zu befriedigen. Die SPD soll der Ort sein, an dem die spannenden Fragen der Zukunft konstruktiv diskutiert und nach Möglichkeit auch beantwortet werden.

Die SPD-Zukunftswerkstätten sind kein Gremium, sondern ein Prozess, in dem unterschiedliche Methoden und Instrumente zur Anwendung kommen. Wir wollen durch die Arbeit der Zukunftswerkstätten die Meinungsführerschaft im jeweiligen Themenfeld durch Öffnung der Partei nach innen und nach außen erreichen. Wir werden keine Expertenkommissionen berufen, sondern auch Bürgerinnen und Bürger als „Experten in eigener Sache“ zu Wort kommen lassen. Ihre Alltagserfahrungen sind der Maßstab, an dem sich politische Vorschläge messen lassen müssen."

Lesen Sie das komplette Arbeitsprogramm des SPD-Parteivorstandes hier

"Das ist familienpolitischer Raubbau"

Die Koalitionspartner streiten weiter, unter anderem auch in der Familienpolitik. Hier sind die beiden C-Parteien uneins, ob die teure "Fernhalteprämie" als Bargeldgeschenk oder in Gutscheinform umgesetzt werden soll. Dabei werde das Geld dringend für den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung gebraucht, erinnert Manuela Schwesig und fordert die Familienministerin auf, endlich ihr Amt wahrzunehmen.
Kristina Köhler will sich noch nicht festlegen, ob das umstrittene so genannte "Betreuungsgeld" in bar oder als Gutschein ausgezahlt werden soll: "Keine Lösung ist vom Tisch", sagte sie zuletzt in der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe). Was Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer umgehend zum Widerspruch provozierte. Der Nachrichtenagentur ddp diktierte die CSU-Politikerin: "Die Gutscheinlösung ist vom Tisch – sie befindet sich längst im Papierkorb."
Befremdlich wirkt der Streit vor allem angesichts aktueller Warnungen des Städte- und Gemeindebundes, dass der gültige Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab Eins, der im Jahr 2013 in Kraft tritt, akut gefährdet ist. Ohnehin schon wäre der Betreuungsausbau für die Kommunen ein erheblicher finanzieller Kraftakt. Bislang geht die Bundesregierung von einem Bedarf von rund 35 Prozent eines Jahrgangs aus, das heißt es würden rund 750.000 Plätze benötigt. Nach jüngsten Umfragen unter Eltern muss aber von einem nahezu doppelt so hohen Bedarf ausgegangen werden. Zusätzlich verschärft wird die Lage in den Städten und Gemeinden durch das Schuldenbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung.

Steuergeschenke für Wenige zerstören politische Handlungsfähigkeit

Die Familienministerin Kristina Köhler müsse endlich "ihr Amt wahrnehmen und handeln", fordert daher die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig. Die Ministerin dürfe nicht länger ihren Kabinettskollegen dabei zusehen, wie sie durch Steuergeschenke für Wenige den Kommunen die politische Handlungsfähigkeit nehmen. Statt den Betreuungsausbau sicherzustellen, treibe Schwarz-Gelb die Kommunen zu Erhöhungen von Kitabeiträgen und zum Qualitätsabbau in den Einrichtungen.
"Das ist familienpolitischer Raubbau", kritisierte die Sozialdemokratin und forderte Köhler auf, endlich die "sinnlose Debatte über das schwarz-gelbe Betreuungsgeld" zu beenden. Schwesig verwies auf die übereinstimmende Ablehnung der "Fernhalteprämie" durch die Fachwelt, vor allem wegen des zu erwartenden bildungs- und sozialpolitischen Schadens. Außerdem, betonte die stellvertretende SPD-Vorsitzende, würden die dafür notwendigen 1,9 Milliarden Euro dringend für den Ausbau der Kinderbetreuung vor Ort gebraucht.

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